Newsfire

Ein Review von: David Hellmann
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Newsfire ist ein feurig-fescher RSS-Reader, den man als kostenloses und eigenständiges Programm für den Mac nutzen kann, um RSS-Feeds zu lesen. Das ‘Newsfeuer’ füttert man mit so genannten ‘RSS-Feeds’, sprich dem reinen Inhalt einer Internetseite wie z.B. einem Blog.



Einführung in das Programm


Ein RSS-Feed ist stets auf dem aktuellsten Stand was z.B. ein Blog an Neuem bietet. Er enthält meist große Teile des eigentlichen Inhalts – Weggebrannt wird jedoch die eigene Gestaltung von der Seite aus dem der Feed stammt – auf diese Weise kann man sich auf die ‘puren’ Informationen konzentrieren.

Man kann dies als großen Vorteil betrachten gegenüber dem ‘normalem’ Lesen eines Blogs, vor Allem in Hinblick darauf dass (meistens) keine Werbung im RSS-Feed zu finden ist. Ein Schnippchen schlägt einem aber z.B. die ein oder andere große Tageszeitung, die in ihren Feed nur die Schlagzeilen, sprich Überschriften lassen und einen so zwingen, bei Interesse dann doch auf die eigentliche Internet-Seite zu gehen (verständlicherweise wegen der Werbung).

Den Reader findet man unter http://www.newsfirerss.com – und das kostenlos. Das Programm lässt sich denkbar einfach über einen Installer in Betrieb nehmen. Die aktuelle Version 1.5 (74) vom Juni 2010 läuft auch problemlos auf älteren Rechnern mit Tiger als OS (getestet auf Powerbook G4 :).

Newsfire wird ins System eingebunden und klickt man nun z.B. beim Surfen mit Safari oder einem anderen Browser auf einen Link zu einem RSS-Feed (z.B. rechts neben der URL in der Browser-Adressleiste), wird dieser von Newsfire interpretiert und das Programm bietet einem an, eben diesen Feed für einen zu abonnieren (super service!). In dem sich öffnenden Dialog kann man diesen Feed auch direkt einer Gruppe zuordnen (was man zwecks Übersicht tun sollte).


Benutzung und Einstellungsmöglichkeiten


Gruppen sind ein tolles aber auch unumgängliches Feature an einen guten RSS-Reader. Bei vielen RSS-Abonnements kommt es schnell zu Chaos – ohne ein wenig Ordnung ist die Informationsflut kaum zu bewältigen oder sinnvoll zu kanalisieren sprich: nutzen :)

Newsfire bietet aber auch neben normale Gruppen die man von Hand pflegt so genannte ‘Smart Feeds’. Diese intelligenten Feeds durchsuchen alle überhaupt eigens abonnierten Feeds nach bestimmten Schlagworten oder verschiedenen Eigenschaften wie z.B. ob Medien (Video, Audio) angehängt sind. Die so gefundenen Daten werden in einem ‘smart feed’ zusammengefasst dargestellt. Auf diese Weise entsteht ganz einfach eine Sammlung zu Thema XY aus unterschiedlichsten von mir abonnierten also qualitätsgeprüften Quellen. Und das wichtigste dabei: allet automatisch.

Beispiel für ‘smart feeds’:

Will ich z.B. wissen ob jemand in den von mir abonnierten Feeds etwas über ‘Newsfire’ geschrieben hat oder ich darüber informiert werden will wenn es jemand tut, erstelle ich einfach einen ‘smart feed’ mit einer Filterung nach eben jenem Schlagwort. Auf diese Weise erhalte ich einen eigenen Feed zum Thema ‘Newsfire’, ohne das ich mir selber die Mühe machen muss, jeden Artikel (auch bereits vorhandene) danach zu durchsuchen. Ich bleibe auf denkbar einfachste Weise immer zum Thema ‘Newsfire’ auf dem Laufenden.


Optik und Design


Das Programm wirkt weder altbacken noch absolut überladen fancy abgestylt fett fresh. Es wirkt eben wie eine App für den Mac. Schlicht, elegant und prägnant. Großartig ist, dass sich das Programm das Fav-Icon der Seiten zu denen die jeweiligen RSS-Feeds gehören, zieht und diese in der Feed-Liste darstellt. Das hilft ungemein, Feeds auf Anhieb zuzuordnen.
Alle Navigationselemente sind apple-like gut zu verstehen und verstecken ihre Interaktivität nicht.
Das Programm bietet für all jene die noch Verbesserungsbedarf sehen, die Möglichkeit den Schriftgrad innerhalb der App, die Anzeigeart der Feeds in der Liste und die Mouser-Highlight-Farbe anzupassen. So kann man sich die App ein klein wenig auf die eigenen visuellen Beürfnisse anpassen.


Programmkomplexität


Die Inhalte der abonnierten Feeds können auch an Spotlight (Suchfunktion ab mac osx 10.4) angebunden werden. Das heißt sie werden indiziert. Benutzt man also Spotlight (Apfel+Leertaste) und sucht nach ‘Newsfire’ so erhält man neben den normalen Suchergebnissen wie Programme auch evtl. vorhandene Blog-Artikel oder ähnliches, die sich in der eigenen RSS-Feed-Sammlung befinden. Das Ganze muss aber erst über Preferences -> Feeds aktiviert werden: ‘Enable Spotlight Indexing of content’. In Spotlight werden die Ergebnisse dann unter “Dokumente” und mit dem Newsfire-Icon angezeigt. Praktisch!

Hinzu kommt, dass man sowohl delicious einbinden kann als auch Programme zum Bloggen wie ecto, Feeder, XJournal und Marsedit. Wie genau das zusammenspielt, testen wir in einem nachfolgenden Review der genannten Programme :)
Wie es scheint lässt sich auch über Newsfire ein interessanter Blog-Artikel direkt bei delicious sozial mit einem Lesezeichen versehen.

Außerdem bietet Newsfire auch die Möglichkeit sich die Blogposts oder andere Art von Artikeln aus einem RSS-Feed zu drucken.


Tipps und Tricks


Will man z.B. seine bei Netvibes gesammelten RSS-Feeds übernehmen und auch offline am Laptop lesen können (Warum auch immer) für den ist Newsfire genau richtig. Man kann über eine OPML-Datei ganz einfach seine bestehenden Sammlung an RSS-Feeds importieren. Einfach aus dem bestehenden RSS-Reader (in meinem Fall Netvibes) exportieren und bei Newsfire unter ‘File’ -> ‘Import Feeds from OPML’ anklicken, Datei wählen, kurz warten und voila!

Newsfire  eignet sich ungemein, wenn man das geballte bisher öffentlich ausgeschüttete Wissen der Blogger und Online-Redakteure die man sich zusammen abonniert hat, immer auf seinem Laptop dabei haben möchte und damit arbeiten möchte. Die Recherche-Möglichkeit über Spottlight und das smarte Überwachen der Abonnements mit ‘smart feeds’ erlauben es einem sehr gut, das Tool bzw. RSS als Recherche- und Wissenstool zu nutzen. Ganz abgesehen von der Eignung des Programms zum Freizeit-Lesen.

Was mich ein bisschen nervt, ich aber perfekt nachvollziehen kann, ist ein fix abonnierter Feed. Der Entwickler der App ‘David Watanabe’ hat seinen eigenen Feed fix in das Programm eingebunden. Man kann diesen Feed also nicht einfach löschen. Er wird – selbst wenn man es schafft (über eine Gruppe ;), wieder beim Neustart des  Programms neu eingebunden. So nachvollziehbar ich es finde das als Entwickler zu tun, hat es mich im ersten Moment doch gestört. Da er aber nicht viel in diesem Blog schreibt wie es scheint, ist es aber auch halb so wild. Will man jedoch nicht, dass eben jener Entwickler-Blog unter “neueste Items” erscheint, kann man den Feed in eine eigene Gruppe stecken und den smarten feed ‘newest items’ mit dem Filter versehen ‘is not’ und dann den entsprechenden Feed oder Gruppe auswählen.


Fazit



Newsfire ist ein großartiger RSS-Reader, der sich nicht nur für’s Freizeit-Lesen, sondern auch zum professionellen Wissens-sammeln und Netz-scanning eignet. Das Programm ist kostenlos und uneingeschränkt zu empfehlen vor Allem auch für alljene die gerne den Inhalt der eigens abonnierten RSS-Feeds auf der Festplatte wissen wollen.





David Hellmann

David Hellmann ist Grafiker, Webdesigner und Webentwickler aus Köln. Er ist fasziniert von WordPress und dessen Möglichkeiten und freut sich immer über neue Herausforderungen was dieses Thema angeht.

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read: 7107 · today: 4 · last: September 24, 2017

3 Kommentare Kommentar schreiben

  1. Kommentar #1 von:
    Simon
    1. July 2010 // 06:58 Uhr

    Nutzt ihr überhaupt eine eigene Applikation zum ‘RSS-readen’? Mir schien es im ersten Moment etwas fremd, weil ich z.B. auch Netvibes habe oder weil es ja auch Mailprogramme gibt, die das können..

  2. Kommentar #2 von:
    David Hellmann
    1. July 2010 // 07:01 Uhr

    Zitat Simon :

    Nutzt ihr überhaupt eine eigene Applikation zum ‘RSS-readen’? Mir schien es im ersten Moment etwas fremd, weil ich z.B. auch Netvibes habe oder weil es ja auch Mailprogramme gibt, die das können..

    Wenn ich ehrlich bin nutze ich keine :) Google Reader im Browser ist für mich ausreichend. Aber auf iPad und iPhone nutze ich natürlich Apps. Mir sind die RSS Reader meistens zu umfangreich.

  3. Kommentar #3 von:
    Simon Theis
    1. July 2010 // 07:17 Uhr

    Jo der Begriff “App” oder “Applikation/Programm” ist ja mittlerweile auch relativ. Netvibes oder Google Reader sind zwar in einem Browser-Fenster aber wie unterscheiden die sich großartig von einem klassischen Programm? Quasi ein Programm im Programm. Klar man braucht ne Online-Anbindung aber das gehört ja mittlerweile fast schon so sehr zu einem Rechner wie der Arbeitsspeicher..

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