Momento

Ein Review von: David Hellmann
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Das gute alte Tagebuch hat ausgedient? Na ja, vielleicht nicht ganz, dennoch ist die Nutzung des iPhones auch als Tagebuch nicht so weit hergeholt. Man hat es so gut wie immer dabei. Der Speicher ist im Vergleich zum Tagebuch nahezu unbegrenzt. Und man hat weitere Möglichkeiten wie eine Onlineanbindung oder eine Kamera. Momento ist eine tolle “Tagebuch-App”, welche durch ihr Aussehen, die Schnittstellen und die Bedienung überzeugt und kaum Wünsche offen lässt. Durch die Möglichkeit, alle möglichen Feeds automatisch ins Tagebuch zu ziehen, kann man außerdem sein “Online-Leben” im Momento-Tagebuch festhalten. Der Preis von 2,39 € ist m.E. vollkommen gerechtfertigt.

Einführung in das Programm

Dass ich Momento das erste Mal benutzt habe ist mittlerweile leider schon mehr als ein halbes Jahr her und ich kann mich nicht wirklich daran erinnern, ob es eine Art Tutorial oder ähnliches gegeben hat. Ist eigentlich auch relativ egal, denn der gesamte Aufbau der App ist sehr eingängig und nutzt bekannte Buttons und Aufteilungen. D.h. es ist nicht wirklich schwer, sich in das Programm einzufinden.

Optik und Design

Momento gefällt durch ein hochwertiges, zurückhaltendes, schönes Design. Im Grunde ist alles, was nicht Inhalt ist, in braun, grau und beige Tönen gehalten, so dass Design den Inhalt nicht in den Hintergrund drängt. Die Detailansichten der Tagebucheinträge sind etwas haptisch gehalten, so dass sie an tatsächliche Seiten erinnern. Die Vorschau von zu Einträgen gehörenden Bildern erhalten einen Polaroid-ähnlichen Rahmen und Schatten, so dass sie das haptische noch verstärken. In den Übersichten erhalten Inhalte, welche über Feeds in Momento gezogen wurden, eine farbliche Auszeichnung. Genauso werden selbst eingetragene Momente farblich gekennzeichnet, so dass man hier eine schnellere Übersicht über die Inhalte erhält.

Benutzung und Einstellungsmöglichkeiten

Die Benutzung ist recht einfach. Will man einen neuen Beitrag erstellen, berührt man den bekannten “neuer Eintrag”-Button und man erhält eine leere Seite mit ausgefahrener Tastatur. Oben auf der Seite sieht man noch 5 Sterne, welche einem anzeigen, dass man den Moment, den man gerade festhält, auch bewerten kann. Unten an der Seite sind noch unterschiedliche Reiter zu finden, auf die ich gleich eingehen werde. Seit kurzem geht endlich auch der Landscape-Modus. Das war m.E. bislang die große Schwachstelle der App. Nun zu den Reitern, neben dem logischen Reiter “Eintrag schreiben” gibt es fünf weitere Reiter.

People
Hier hat man die Möglichkeit, Leute zu kennzeichnen, welche den festzuhaltenden Moment mit einem geteilt haben. Sehr schön ist, dass automatischer Zugriff auf die iPhone-Kontakte besteht und man so schnell Personen auswählen kann.

Places, Events und Tags
Diese Reiter funktionieren im Prinzip alle auf die gleiche Weise. Man kann Orte, Events oder einfach nur Schlagworte definieren, um später Momente unter diesen Suchbegriffen wieder zu finden. Bereits verwendete Tags werden einem bei der Eingabe angezeigt, so dass die Vergabe von Schlagworten leichter fällt. Wermutstropfen ist vielleicht, dass Orte aus Momenten, die man per Feed (z.B. aus Gowalle) gezogen hat, nicht automatisch zu Places Tags werden.

Photos
Unter Photos können dem Moment Bilder aus der iPhone-Bibliothek zugewiesen werden oder auch direkt mit der Kamera aufgenommen werden.

Einstellungsmöglichkeiten gibt es viele für Momento. Kein Wunder, bei der Palette an Schnittstellen und Funktionen. Allerdings haben sie es geschafft, das ganze auch noch recht übersichtlich zu halten, so dass es mehr Option als Bürde ist.

Security
Man kann Momento einen Passwortschutz geben, so dass das Tagebuch auch “privat” bleiben kann.

Feeds
Aus der “Tagebuch schreiben”-App ist mit den Feeds eine App geworden, die es ermöglicht, sein Online-Leben praktisch an einem Ort festzuhalten und später evtl. wieder Revue passieren zu lassen. Mittlerweile lassen sich Twitter, Facebook, Flickr, Last FM, Foursquare, Gowalla, Digg, Youtube, Vimeo, und RSS/Atom einbinden, so dass einem fast keine Grenzen gesetzt sind. Diese kann man manuell updaten oder beim Launch der App.

Allgemein
Unter den allgemeinen Einstellungen lässt sich definieren, wann ein Tag endet, wie die Momente sortiert werden sollen, wann die Woche startet und ob Sounds an oder aus sind. Außerdem kann man noch definieren, ob Bilder, welche aus der App geschossen werden, auch in der Bibliothek gespeichert werden sollen.

Daten
Unter Daten lassen sich Backups der Inhalte erstellen bzw. Inhalte aus Backups wieder herstellen sowie die Inhalte als XML-Textdateien zu exportieren. Anfangs war es nicht möglich, Bilder mit zu exportieren, das ist aber nun nicht mehr der Fall. Man kann definieren, ob Fotos exportiert werden sollen und ob Inhalte aus Feeds auch mit exportiert werden sollen. Leider gibt es noch keine Anbindung an z.B. Dropbox. Man kann Exporte nur über iTunes fahren.

Programmkomplexität

Wirklich komplex ist das Programm nicht, auch wenn es eine Menge an Einstellungen gibt. Der eigentliche Ablauf des Momente festhaltens ist so einfach, dass es keine große Hürde ist, die App zu nutzen und schnell was festzuhalten. Im Urlaub habe ich das praktisch jeden Abend getan. Je mehr man mit den Schlagworten/Kennzeichnungen/Bewertungen machen will, desto komplexer wird es natürlich. Es bleibt aber m.E. immer in einem erträglichen Maß.

Tipps und Tricks

Wirkliche Tipps bzw. Tricks habe ich keine herausgefunden, zumindest bis jetzt nicht. Wer Gowalla und Foursquare benutzt bzw. per Gowalla bei Facebook und Foursquare mit eincheckt, sollte überlegen, welchen Feed er in Momento importiert, da ansonsten doppelte Einträge entstehen.





David Hellmann

David Hellmann ist Grafiker, Webdesigner und Webentwickler aus Köln. Er ist fasziniert von WordPress und dessen Möglichkeiten und freut sich immer über neue Herausforderungen was dieses Thema angeht.

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read: 19327 · today: 4 · last: June 28, 2017

3 Kommentare Kommentar schreiben

  1. Kommentar #1 von:
    David Hellmann
    3. January 2011 // 15:55 Uhr

    Ich finde Momento auch sehr gelungen. Das automatische erfassen von Twitter und Co ist sehr Cool.

  2. Kommentar #2 von:
    Indra
    8. February 2011 // 14:25 Uhr

    Die könnten ruhig noch nen Webservice dazu anbieten, dass man Poster / Screensaver / Dia-Shows oder so draus machen kann.

  3. Kommentar #3 von:
    เสื้อคู่
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